Dem Grauen von Sobibor entronnen: Überlebende Lagerhäftlinge sagen aus

Mit Spannung und großem medialen Interesse werden ab morgen die Vernehmungen zweier gebürtiger Polen erwartet, welche 1943 als Zwangsarbeitshäftlinge mehrere Monate  im Vernichtungslager Sobibor überlebten, bis ihnen bei dem Aufstand vom 14.10.1943 mit anderen Lagerhäftlingen die Flucht aus Sobibor gelang. Beide Zeugen leben mittlerweile in den USA und nehmen an dem Verfahren auch als Nebenkläger teil.

Die Planung der bis zuletzt geheimgehaltenen Revolte erfolgte generalstabsmäßig und ging vornehmlich auf sowjetische (jüdische) Kriegsgefangene, v.a. den Rotarmisten Alexander Petscherski, sowie ein Komitee um den jüdischen Arbeitshäftling Leon Fehlhendler zurück. In spektakulärer Weise waren zunächst einzeln 12 SS-Männer in Hinterhalte gelockt und mit Äxten erschlagen worden. Mit den dabei erbeutenden Waffen wurde dann der Ausbruch aus dem streng bewachten Lager versucht, wobei hier zahlreiche Häftlinge im Kugelhagel der SS-Wachmänner sowie in Minenfeldern außerhalb des Lagerzauns zu Tode kamen. Von rund 200 Häftlingen, die den schützenden Wald erreichten, überlebten etwa 47 das Kriegsende.

Beide Zeugen werden mutmaßlich auch zu den “fremdvölkischen”  SS-Wachmännern aussagen, deren Manschaftstärke in Sobibor ca. 150 betrug und die nach Auffassung der Anklageschrift an allen Stellen des Vernichtungslagers Dienst verrichteten – einschließlich der Bewachung der Opfer auf ihrem letzten Gang in die Gaskammern. Es steht allerdings nicht zu erwarten, daß die Zeugen dabei den Angeklagten identifizieren könnten, zumal beide Überlebende bereits in frühereren Vernehmungen schon nicht behauptet hatten, sich an John “Iwan” Demjanjuk erinnern zu können.

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