Verteidigung setzt erneut auf Gleichsetzung: „Judenpolizei schlimmer als SS“

In der Vernehmung eines Nebenklägers hat die Verteidigung am 21.12.09 erneut den Versuch unternommen, Opfer und Täter auf dieselbe Stufe zu stellen. So wurde ein Nebenkläger, der u.a. auch Auschwitz-Birkenau überlebt hatte, durch den Verteidiger Dr. Busch nach der Rolle gefragt, den die sogenannte „Judenpolizei“ in den Lagern der SS gespielt habe. „Die Literatur weist darauf hin, daß die aus jüdischen Glaubensangehörigen gebildeten Polizeikräfte in den Lagern schlimmer als die SS gewesen sind“, so der Verteidiger.

Nachdem dieser Vorhalt durch die Nebenklageanwälte beanstandet wurde, verweigerte der Verteidiger eine weitergehende Erläuterung, auf welche Quellen er diesen Vorhalt stützt und verwies die Prozeßbeteiligten darauf, daß man dies ohne weiteres „googlen“ könne. Als der Verteidiger seinen Vorhalt trotz mehrfacher Aufforderung durch den Vorsitzenden nicht präzisieren wollte und auf Schriftstücke verwies, die er bereits zur Akte gereicht hatte, entschied das Gericht, diesen Vorhalt nicht zuzulassen und kündigte dem Anwalt von Demjanjuk sogar an, er werde ihm das Wort entziehen, wenn er weiter auf diesen Vorhalt bestehe.

(Zur sog. Jewish Police, bzw. dem Jüdischen Ordnungsdienst, welcher insbesondere in den Ghettos in Polen durch die die deutschen Besatzer für Ordnungsdienste eingerichtet worden war, siehe:

http://www1.yadvashem.org/yv/en/exhibitions/this_month/resources/jewish_police.asp)

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