Fortsetzung des Prozesses gegen John “Iwan” Demjanjuk: Weitere Hinterbliebene kommen zu Wort

Mit Spannung werden heute vor dem Müchener Schwurgericht weitere Aussagen der Nebenkläger und Hinterbliebenen der in Sobibor ermordeten Opfer erwartet. Auch wenn sich die Nebenkläger mittlerweile an den Anblick des auf einer Trage liegenden Angeklagten gewöhnt zu haben scheinen, herrscht im Kreis der Angehörigen nach wie vor kein Verständnis für die Art und Weise, wie sich der Angeklagte im Verfahren als vermeintlich “krankes Opfer” präsentiert: Nach Mitteilung der zuständigen Sachverständigen und Ärzte ist Demjanjuk nach wie vor als verhandlungsfähig und “konzentriert auf das Verfahren” anzusehen, wenngleich er wegen Rückenschmerzen wohl nur noch im Liegen der Verhandlung beiwohnen möchte.

Kaum zwei Meter von dem mit geschlossenen Augen daliegenden Angeklagten entfernt, dürfte die jeweilige Vernehmung für alle Zeugen auch heute wieder eine aufwühlende und bewegende Angelegenheit werden. “Aber genau hierfür sind wir nach München gekommen, um das Gedenken an unsere getöteten Familien und an Sobibor wach zu halten”, war in Verhandlungspausen aus dem Kreis der Nebenkläger zu hören.

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