Nebenkläger empört über Gleichsetzung der Trawniki mit jüdischen Holocaust-Opfern

Mit Empörung reagierten die niederländischen Nebenkläger auf die Äußerungen des Verteidigers Dr. Busch im gestrigen Hauptverhandlungstag, daß die ukrainischen Trawniki eigentlich nicht anders zu bewerten seien als die jüdischen KZ-Insassen, welche vor ihrer Ermordung noch für die SS zu Arbeitsdiensten gezwungen worden seien. Insbesondere die  direkte Bezugnahme des Verteidigers auf den anwesenden Nebenkläger Thomas Blatt (USA), welcher Monate im Vernichtungslager Sobibor bis zum Aufstand im Oktober 1943 zubringen mußte, führte zu starkem Mißmut unter den Anwesenden. Die beteiligten Nebenklagevertreter – ebenso Rechtsanwälte wie der Wahlverteidiger Dr. Busch - äußerten starkes Unverständnis über die z.T. historisch unzutreffenden und rechtlich unzusammenhängend vorgetragenen Bedenken der Verteidigung gegen die Unbefangenheit des Gerichts:

“Wenn Dr. Busch dieses Gericht auffordert, Justizfehler der Vergangenheit zu wiederholen, in dem Verfahren gegen Tatverdächtige mit dem Argument des “Befehlsnotstandes” nicht durchgeführt werden, könnte dies dies auch als Anstiftung zur Rechtsbeugung aufgefaßt werden. Die Verteidigung plädiert offenbar schon jetzt auf Gleichbehandlung im Unrecht, ein solches Recht existiert nicht”, so Rechtsanwalt Michael Koch.

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